Brücke ins Leben

Warum die interne Kommunikation Themen an der Schnittstelle von Arbeit und Feierabend braucht.

Profitabilität und Mitarbeiterkapazitäten, Prozessketten und effizienzorientierte Strukturen, Stakeholder-Modelle, verfügbare Zeitfenster, Stellhebel, Synergien und Freisetzung von Humankapital – mit dem richtigen Leben haben die Begriffe und Themen vieler Unternehmen wenig gemein. Der strategische Plan, die operativen Milestones und die Projektmatrix setzen den Rahmen für die interne Kommunikation, die ihre Themen nach wie vor vielerorts top down setzt. Ein zeitgemäßes Content Management sorgt dann nur noch dafür, dass das alles auch wirklich durch alle verfügbaren Kanäle geblasen wird – weil Content Management oft mit Channel Management verwechselt wird.

Balance halten
Ein sinnstiftendes Content Management aber setzt bei der Entwicklung von Inhalten an. Es sucht die Balance zwischen Top-down-Themen (Für welchen Weg müssen wir die Menschen motivieren?) und Bottom-up-Themen (Was bewegt die Belegschaft?). Misslingt die Balance, werden interne Medien als Verlautbarung entlarvt oder wegen Belanglosigkeit missachtet. Die große Kunst ist eine interne Kommunikation, die zweierlei leistet: Einerseits schafft sie Orientierung und Transparenz über die Geschicke und die Entwicklung des Unternehmens. Sie erzählt diese Geschichten am Beispiel von Menschen, die das Unternehmen prägen. Andererseits schlägt sie die Brücke ins „richtige“ Leben. Sie findet Themen an der Schnittstelle von Arbeit und Feierabend, stellt das Unternehmen in einen gesellschaftlichen Kontext und holt Themen von draußen rein.

Das Schöne: Es gibt immer mehr dieser Schnittstellen-Themen. Sie motivieren Mitarbeiter dazu, ihre Meinung zu äußern und sich über Themen auch kontrovers auszutauschen (beides ist auch im digitalen Zeitalter längst nicht Regel in Unternehmen). Wie halten wir es mit dem Du und dem Sie, wie mit der Genderfrage? Welcher Dresscode gilt heute eigentlich noch? Passt Home Office zu unserer Branche, und warum braucht es eigentlich noch Hierarchien, wenn wir doch alle „agile“ arbeiten? Wer hat ein Mittel gegen die E-Mail-Flut und wer gegen das Denglisch-Virus in der Firma? Themen wie diese bewegen Belegschaften in allen Branchen und machen interne Medien zu lebendigen, alltagsnahen Foren. Der Rest – das Channel Management – ist Handwerk.

Foto: margie/photocase.de

Über den Autor

Lutz Zimmermann

Vom kleinen Dachstudio ins Großraumbüro in Ehrenfeld – seit Lutz die Agentur 2011 gegründet hat, ist aus seinem Zwei-Mann-Unternehmen eine 12-köpfige Agentur geworden. Was sich in all der Zeit nicht geändert hat, ist Lutz Liebe für flache Hierarchien und griffige Überschriften. Und wenn der 1. FC Köln nicht gerade verloren hat, ist er jederzeit für einen Plausch über Sport zu haben.

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