Kurz vorgestellt: Tanja Meyer

Sie haben zwar keinen festen Platz in unserem Büro, aber auf unserer Kurzwahltaste. Wir stellen die freien Kolleginnen und Kollegen vor, mit denen wir am liebsten zusammenarbeiten. Diesmal: Tanja Meyer, Illustratorin

„Kreativität“ ist für mich…
… eine erlernbare, sich ständig weiterentwickelnde Fähigkeit. Ich stelle dem gerne das Talent gegenüber. Denn ich finde, von Talent zu sprechen ist nur ein kleiner Baustein. Eine kreative Person hat Passion, also Bock darauf, viel von etwas zu machen – und macht man viel von etwas, wird man automatisch immer besser darin. Als Illustratorin forsche ich ständig nach neuen Bildlösungen und entwickle meine Technik.

Welcher Podcast hat dich zuletzt inspiriert?
Der Creative Pep Talk von Andy J. Pizza. Der amerikanische Illustrator geht in seinem Podcast auf viele universelle Probleme ein, mit denen wir Kunstschaffende zu kämpfen haben. Die Gäste und ihre Geschichten erinnern mich häufig an mich selbst und wecken in mir neuen Tatendrang.

Wie gelingt es dir, abstrakte Themen wie z.B. Nachhaltigkeit oder Diversität zu illustrieren?
Abstrakte Themen erarbeite ich mir meist nach und nach mit vielen Skizzen und Konzeptentwürfen. Frei nach dem Prinzip „die erste Idee ist selten die beste“. Zunächst versuche ich die Stimmung des Textes zu greifen. Dann suche ich nach Bildern, die dazu passen. Zum Beispiel ist mir beim Thema Liebeskummer sofort ein gebrochenes Herz eingefallen. Im weiteren Verlauf meiner Konzeptarbeit stelle ich mir dann Fragen wie „Was kann noch brechen?“, um auf subtilere und feinere Bildlösungen zu kommen.

Wie hast du deinen eigenen Stil gefunden?
Meine liebe Repräsentanz Jutta Fricke gibt mir viele wertvolle Ratschläge, was das Portfolio betrifft, und welche Stilistiken ich zeigen sollte. Das sind genau die Bilder, deren Technik und Themen mir am meisten Spaß machen. Und diesen Spaß sieht man in den Illustrationen einfach.

Was macht für dich eine gute Illustration aus?
Eine gute Illu macht Lust auf mehr. Sie kommuniziert auf ganz andere Weise als zum Beispiel ein Foto, denn sie gibt einem Text eine eigene Stimmung und kann die Ansicht des Autors nochmals verstärken und Sachverhalte verdeutlichen.

Welches Projekt hat dir bislang am meisten Spaß gemacht?
Am meisten Spaß machen mir Artikel, in denen ich Aufmacher sowie Spotillustrationen erarbeiten kann und dem ganzen Artikel so meine Handschrift gebe. Für die Hamburger Wirtschaft war das mal eine Beilage, in der ich Titel plus alle Artikel illustrieren sollte – das sind tolle Projekte.

Gegen ein kreatives Tief hilft …
… liegen lassen und etwas ganz anderes machen. Das Gehirn arbeitet im Hintergrund weiter und spuckt irgendwann neue Ideen aus. Aus Zwang etwas Gutes hervorbringen funktioniert selten. Selbst bei Zeitdruck sollte man sich zwischenzeitlich eine halbe Stunde für einen Spaziergang, eine heiße Dusche oder Staubsaugen mit lauter Musik in den Ohren gönnen.

Über den Autor

Carolin Diel

Reportagen, Features, Interviews – Carolin ist Journalistin mit der Lizenz zum Storytelling. Als Volontärin über Themen von Gesundheit bis Wirtschaft. Immer im Fokus: die Sprache, die aus einem guten Thema erst ein lesenswertes macht.

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