Endlich wieder atmen

Wie denken und sprechen Patienten über unseren Kunden, die Universitätsmedizin Essen? Für das Mitarbeitermagazin fragen wir reglmäßig nach. Zum Beispiel bei Ina Micke, die lange um jeden Atemzug kämpfen musste.

Das Zimmer ihres Sohnes oben unterm Dach besucht Ina Micke nur selten. „Zu viele Treppen“, sagt die zweifache Mutter und zwinkert mit den Augen: „Aber ich glaube, ein bisschen Privatsphäre ist ihm auch ganz recht.“ Treppen steigen, Wasserkästen tragen, einkaufen gehen – was für gesunde Menschen normal ist, ist für die 51-Jährige eine Herkulesaufgabe. Schon als Kind liegt das lebenslustige Mädchen regelmäßig mit Lungenentzündung im Krankenhaus. Auch wenn sie gerade keine Infektion hat, machen die Bronchien Probleme: Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes bekommt sie immer schlechter Luft. 2005 erhält die gelernte Krankenschwester die schockierende Diagnose: Lungenemphysem – „der Mittellappen im rechten Lungenflügel war schon komplett hinüber“.

Randvoll mit Luft
Das Lungenemphysem ist eine chronisch fortschreitende Lungenerkrankung, bei der sich die Lungenbläschen extrem erweitern und die darin enthaltene Atemluft stauen. „Das fühlt sich an, als würde man keine Luft mehr bekommen, obwohl die Lunge eigentlich randvoll mit Luft ist“, erzählt Micke. Als sie 2005 auf Empfehlung einer Freundin in die Essener Ruhrlandklinik kommt und dort einen Teil der kaputten Lungenbläschen operativ entfernen lässt, geht es ihr schnell besser. „Die Operation und die Nachversorgung verliefen absolut reibungslos. Kurz danach ging es mir so gut, dass ich wieder als Endoskopie-Fachschwester arbeiten konnte. Ich hatte meinen Beruf ja wegen der Krankheit aufgegeben.“

Warten auf den Anruf
Als sie sich 2012 einen schweren Infekt einfängt, ist die Atemnot mit einem Mal wieder da. Mickes Lungenfacharzt an der Ruhrlandklinik handelt sofort. Er überweist seine Patientin direkt an Prof. Markus Kamler vom Universitätsklinikum. „Es ging darum, möglichst schnell alle Vorkehrungen für eine Lungentransplantation zu treffen. Ich stand mit dem Rücken zur Wand. Aber ich habe mich in der Unimedizin immer sicher gefühlt.“ Als der Leiter der Interventionellen Bronchologie PD Dr. Kaid Darwiche ihr bei einer der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen an der Ruhrlandklinik von einer neuen Behandlungsmethode erzählt, zögert die erfahrene Krankenschwester nicht lange: Nach zwei Jahren auf der Transplantationsliste lässt sich Micke 2015 vier winzig kleine Ventile minimal­invasiv in die Lunge einsetzen. Darwiche: „Die Ventile sorgen dafür, dass der überblähte Lungenabschnitt entlüftet wird und beim Einatmen keine neue Luft eindringt – für Patienten, die von der operativen Verkleinerung ihres Lungenvolumens nicht profitieren können, eine große Chance.“ Tatsächlich hat Ina Micke mit dem Eingriff viel Lebensqualität zurückgewonnen: „Meine ehemaligen Kolleginnen kommen wieder zum Frühstück vorbei und ich schaffe inzwischen sogar 20 Minuten auf dem Heimtrainer.“ Ihr Sohn habe aber trotzdem keine Besuche im Dachgeschoss zu befürchten: „Wenn was ist, rufe ich einfach. Genug Luft dafür habe ich ja jetzt wieder!“

Dieser Artikel erschien erstmals im Mitarbeitermagazin der Unversitätsmedizin Essen.

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