Medizin im Umbruch

Fünf Erfolgsfaktoren für eine moderne Klinikkommunikation

Krankenhäuser stehen heute unter vielfachem Druck. Fachkräftemangel, Überlastung, ein angespanntes Verhältnis zwischen Medizin und Pflege, Investitionsstau – kaum eine Klinik hat nicht mit einem oder mehrerer dieser Themen zu kämpfen. Hinzu kommt die digitale Transformation, die viele Prozesse und Berufsbilder dramatisch verändern und die Möglichkeiten von Medizin wie auch die Ansprüche von Patienten vergrößern wird. Und ganz nebenbei müssen sich viele Häuser noch für ihre Existenz rechtfertigen.

Ganz schön viele Baustellen für eine einzige Branche, vor allem die Interne Kommunikation ist jetzt in Sachen Sinn- und Orientierungsstiftung gefragt. Fünf Faktoren sind dabei von besonderer Bedeutung:

1. Redet Klartext!
In Umbruchsituationen verlangen Mitarbeiter nach Orientierung. Wohin entwickelt sich die Klinik, wofür steht sie? Was bedeutet das für mich? Auf diese Fragen muss die Kommunikation Antworten geben. Für interne Medien bedeutet das, die Perspektive zu wechseln: weg von der Chronistenpflicht, hin zu strategischen Themen. Die Interne Kommunikation muss einen Weg finden, auch kritische Themen wie den Pflegekräftemangel in ihren Medien stattfinden zu lassen.

2. Digitalisierung – bereitet den Weg!
Die Digitalisierung wird die medizinische Versorgung in den nächsten Jahren dramatisch verändern. Neue Berufsbilder werden entstehen, Klinikprozesse auf den Kopf gestellt. Die Interne Kommunikation muss diesen Wandel nicht nur begleiten, sie muss ihm den Weg ebnen. Die Skepsis ist derzeit noch weit verbreitet, denn viele digitale Innovationen werden zwar groß angekündigt, kommen aber erst viel später oder gar nicht im Klinikalltag an. Andere schüren Angst vor Jobverlust oder Entwertung der eigenen Tätigkeit. Die Interne Kommunikation sollte sich in diesem Kontext nicht zum Erfüllungsgehilfen und Sprachrohr der Innovationslabore machen. Vielen Beschäftigten muss erst einmal eine grundsätzliche Skepsis genommen werden, ehe sie für phantasiereiche Zukunftsszenarien empfänglich werden.

3. Involviert die Ärzteschaft!
Die besten Mediziner sind nicht immer die besten Kommunikatoren. In einer sich wandelnden Arbeitswelt in den Kliniken müssen aber auch die Top-Mediziner – intern wie extern – in die Kanzel steigen und den Wandel nachvollziehbar erklären. Die Interne Kommunikation ist hier gefordert, das Management in ihrer Funktion als Kommunikator zu stärken. Eigene Formate für die Führungskräfte-Kommunikation – z.B. um den digitalen Wandel voranzutreiben und den Managern in diesem Wandel einen aktiven Part zuzuweisen – sind empfehlenswert.

4. Seid relevant!
Das Mitarbeitermagazin einer Klinik ist kein Gesundheitsmagazin. Oftmals wird es aber als solches verstanden und covert „weiche“ Gesundheitsthemen, in denen Ärztinnen und Ärzte dann als Stichwortgeber auftauchen. Das ist ok, wenn es hier und da mal stattfindet. Die Inhalte der internen Medien ergeben sich grundsätzlich aber nicht aus dem Produkt- oder Dienstleistungsportfolio des Unternehmens. Vielmehr sollte es hier um Pläne und Entwicklungen des Unternehmens gehen, um Formen der Zusammenarbeit, um Vermittlung von Werten oder die Diskussion aktueller Probleme. Zudem: In jeder Klinik arbeiten zu mindestens 50 Prozent Beschäftigte in nicht-medizinischen Tätigkeiten. Für den Erfolg des Unternehmens sind sie eminent wichtig. Dass sie in den internen Medien stattfinden, ist auch eine Frage der Wertschätzung.

5. Erzählt die Unternehmens-Story!
Ein Haus für alles und jedes? Das funktioniert heute nicht mehr. In Zeiten, in denen der Gemeinsame Bundesausschuss Mindestmengen für Operationen festlegt und Fachzentren forciert werden, müssen auch Häuser der Maximalversorgung Schwerpunkte setzen. Die Kommunikation muss diese Fokusthemen erlebbar machen und erklären. Am besten funktioniert das über Storytelling. Ob der Schwerpunkt nun Telemedizin, Onkologie oder Spitzenforschung heißt: Orientierung stiftet nur, wer seine Geschichten immer aus einer übergeordneten Unternehmens-Story ableitet. Diese zu definieren ist erste Pflicht der Klinik-Kommunikation.

Über den Autor

Michael Aust

Wörter wie Mukoviszidose und Pädiatrische Hämatologie gehen Michael flüssig über die Lippen. Seit mehr als zehn Jahren schreibt er inzwischen über Gesundheitsthemen – und hat sich dabei eine Menge Medizinerwissen angeeignet. Trotzdem: Wenn beim Schreiben aus einer losen Wörtersammlung eine Geschichte entsteht, ist Michael doch froh, nicht Arzt sondern Redakteur geworden zu sein.

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